Die Rurtalbahn - Die Geißel von Jülich

Jeder der schon mal mit der Bahn von Düren nach Jülich gefahren ist kennt sie, die Rurtalbahn. Dieses historische Vehikel, das einfach nur ein uralter umgebauter Bus ist, der wahrscheinlich nur noch auf Grund irgendwelcher EU Bestimmungen fahren darf...... Jedenfall hat die DB letztes Jahr ihren Fahrplan umgestellt und nun ist es deutlich schwieriger die Rurtalbahn zu erreichen, wenn man in Düren ankommt, einfach weil die Wechselzeiten sehr knapp ist. Nur wenige Minuten zu spät und die Bahn ist weg. Ich hatte den Rurtalbahnmenschen schon mal eine Mail geschrieben und darum gebete ihre Abfahrten doch auch anzupassen, aber darauf nur die Antwort bekommen, das dies nicht ginge, weil man ja Busse erreichen muss..... Meine Güte, die meisten Leute kommen aus der unmittelbaren Umgebung, da braucht man keine Busse zu erreichen und was ist nun wichtiger: Busse oder das Leute ihre Bahn bekommen? Wenn man die nämlich abends knapp verpasst, heißt es eine Stunde warten..... 

In letzter Zeit ist es mir zudem öfters passiert, das meine Bahn um xx:20 oder xx:21 in Düren ankommt (Rurtalbahn fährt um xx:21 ab) und der jeweilige Lokführer muss das gesehen haben, aber anstatt einfach mal 1-2 Minuten zu warten, fährt er einfach ab. Ich hab denen jetzt mal eine Mail geschrieben, mal sehen was ich als Antwort bekomme.....

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte sie darum bitten ihre Lokführer etwas in der Hinsicht zu sensibilisieren, das sie einfach mal eine Minute länger am Bahnsteig warten. Mir ist es jetzt schon wiederholt passiert, das mein Zug um xx:20 oder XX:21eingefahren ist und der Fahrer der Rurtalbahn muss das gesehen haben und ist trotzdem abgefahren. Hätte er eine Minute länger gewartet, hätten andere Fahrgäste ich ich es geschafft den Zug zu erwischen. Stellen sie sich mal vor wie “geil“ es ist abends eine Stunde in dem luxuriösen Bahnhof Düren zu warten....Ich bitte sie also darum uns allen Nerven, Geld und Zeit zu ersparen.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Hansen

PS: diese Mail wird auch auf meinem Blog, Facebook und Google Plus veröffentlicht.

 

Die Antwort darauf war:

 

Sehr geehrter Herr Hansen,
 
Ihren Unmut können wir durchaus nachvollziehen und bedauern sehr, dass Sie in letzter Zeit vermehrt den Anschlusszug nach Jülich nicht erreicht haben.
 
Sie können versichert sein,  dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten bemüht sind, Anschlüsse sicherzustellen.  Die Rurtalbahn kann geringfügig warten (ca. 1-2 Minuten). Kommt aber der Regionalexpresszug erst zur Minute 21 in Düren an, bedeutet dies eine Wartezeit von mindestens 3-4 Minuten, bis sichergestellt ist, dass alle Fahrgäste den Bahnsteig gewechselt haben. Eine derartige Wartezeit kann jedoch aufgrund der folgenden Anschlussbeziehungen und Kreuzungen und der eingleisigen Streckenführung nicht gehalten werden. Dennoch werden wir Ihre Beschwerde zum Anlass nehmen und sowohl unsere Triebfahrzeugführer als auch die Zugleitstelle darauf hinweisen, etwas sensibler mit solchen Situationen umzugehen.
 
Zur Fahrzeugsituation möchten wir noch anmerken, dass, wie bereits in der Presse veröffentlicht, 2017 Neufahrzeuge des Typs Lint auf der Strecke Düren-Linnich eingesetzt werden, so dass wir unseren Fahrgästen auch hier wieder ein gewisses Maß an Komfort bieten können. 
 
Mit freundlichen Grüßen
 
 
i.A. Anja Freymann
 
3-4 Minuten? Das kann ich kaum glauben... mehr als 2 Minuten braucht man von keinem Gleis aus und wenn man es nicht schafft, dann hat man Pech, dann schafft man es bei den normalen Wechselzeiten auch nicht. Oh und es kommen neue Fahrzeuge? Mir wurde gesagt, das die aktuellen von 2011 sind... warum hat man damals dann so eine Scheiße gekauft??? Die Dieselbahnen der DB sind ja auch leiser, moderner und schöner.... Naja zum Glück bin ich bald weg von hier!

Comments

Ich war im Sommer 2015 in Jülich und bin jeden Montag morgen von Bonn gekommen
und Freitag Abends wieder nach Bonn gefahren. Das heißt also zweimal die Woche
mit der Rurtalbahn. Auf dem Hinweg also:

Zuhause → Bonn HBF → Köln HBF → Düren BF
→ Haltestelle „Jülich Forschungszentrum“ → FZ Jülich

Das erste Mal sind die Namen der Haltestellen ja noch ganz witzig;
„Krauthausen“ und derartige Haltestellen gibt es da. Aber schon bei der zweiten
Fahrt hat es dann seinen Witz gelassen.

Dann ist der Takt mit maximal halbstündlich auch nicht so klasse, wenn man
gerade eine Bahn verpasst hat. Da kann man sich dann aussuchen, ob man sich an
den Rand des Gleises setzt und friert oder sich in die zugige (ha, Wortwitz!)
Bahnhofshalle setzt und dort friert.

Mit dem Rad braucht man von Düren bis zum Forschungszentrum Jülich so um eine
Stunde. Daher lohnt es sich dann auch mit dem Rad zu fahren, wenn man die Bahn
verpasst hat. Das habe ich einmal gemacht, da hatte ich mit dem Wetter etwas
Glück, es regnete nur die zweite Hälfte der Strecke.

Beim Warten sonst so habe ich allerdings auch nette Bekanntschaft gemacht. Zum
Beispiel ein Forscher vom FZ, der mit einem Brompton-Faltrad unterwegs war. Wir
haben ein wenig über Falträder gefachsimpelt und uns etwas über die Rurtalbahn
ausgetauscht. Oder andere vom
[Gaststudentenprogramm](http://http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/gsp), die
ebenfalls vom Wochenende wieder nach Jülich kamen, traf man dort.

Auf dem Hinweg ging das alles immer wieder gut, wenn man erstmal in der Bahn
saß. Auf dem Rückweg am Freitag war es allerdings merkwürdigerweise immer so,
dass nur ein Wagon angehángt war, der allerdings brechend voll war. Und das
jeden Freitag, man sollte da irgendwann mal die Wagonverteilung aktualisieren.

Auch eine witzige Sache war beim Anfang des Gaststudentenprogramms. Ich kannte
die Bahn schon und war daher über nichts mehr überrascht. Einer aus Kroatien
stellte jedoch fest, dass diese Bimmelbahn nicht zu seinem Bild von
Deutschland und einem großen Forschungszentrum passt. Wir haben herzlich
gelacht. Jemand anders merkte an, dass „Gleis 23“ so wirkte, als sei Düren eine
große Stadt mit einem großen Bahnhof. Da merkt man auch schnell, dass das Gleis
23 eher nur eine interessante Zählung ist.

Meine Erinnerungen an diese Bahn sind also eigentlich nur stickige,
vollgestopfte Wagons jeden Freitag Nachmittags sowie lange Wartezeiten in
Düren. Fairerweise muss man sagen, dass der RE zwischen Düren und Köln auch nur
jede halbe Stunde, teilweise nur jede Stunde fährt. Man kann allerdings auch
mit der S-Bahn fahren, wenn man erträgt, wer da auf der Strecke so alles ein-
und aussteigt. Ich habe ja nicht so coole Kopfhörer, die das Bahnfahren
erträglicher machen.

Den Anschluss an die Busse kann ich ein wenig verstehen. Ich könnte mir
allerdings auch vorstellen, dass die ein herbes Problem bekommen, weil ihre
Strecke die meiste Zeit eingleisig ist. Die können also nicht die eine Richtung
unabhängig von der anderen Richtung ändern und müssten somit ihren kompletten
Fahrtplan in beide Richtungen verschieben. Aber auch das sollte eigentlich
möglich sein. Denn Düren BF ist wohl echt der wichtigste Halt dieser Bahn.

Vielleicht gehört demnächst neben den Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung
gegen Mitreisende noch ein gemütlicher Campingstuhl?

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