Digitalisierung in Deutschland - "Elite" Uni RWTH und die ASEAG

Ich war nachts am 1.12.18 mit einer Komilitionin im Zug unterwegs und es gab eine Ticketkontrolle. Bei dieser Kontrolle wurden mein und ihr Ticket für das fahren in NRW gesperrt und damit würden wir eigentlich schwarz fahren, weil das aber wohl ziemlich vielen Studeten passiert und nicht unsere Schuld war, bekamen wir keine Strafe. Wir sollten lediglich zur ASEAG gehen und uns ein neues Ticket holen. Andere Kontrolleure waren da weniger nachsichtig und verteilten reihenweise Schwarzfahrstrafen mit denen man sich dann rumschlagen musste. 

Meine Komilitionin hat dann mal rechachiert und hat rausgefunden, das die RWTH wohl verkackt hat die Daten von 12000 Studenten an die ASEAG zu übertragen und die somit erstmal kein gültiges Ticket hatten. Wenn man betroffen war, sollte man informiert werden und ein neues bekommen. Beides traf auf uns nicht zu. Auf Nachfrage kam dann folgende Antwort:

vielen Dank für Ihre Mail. Ich kann Ihren Ärger diesbezüglich sehr gut nachvollziehen, auch für uns ist das Thema Semesterticket im Moment leider nicht sehr erfreulich.

Ohne zu sehr in die Details zu gehen, möchte ich Ihnen kurz erklären, was in Ihrem Fall passiert ist und aus welchem Grund eine Information in Ihrem Fall - leider - nicht erfolgt ist.

Zunächst für Sie der Hinweis, dass die Erstellung der Semestertickets ausschließlich durch die ASEAG geschieht und die Hochschule nur für die Übermittlung der ticketberechtigten Studierenden an die ASEAG verantwortlich ist. Ende September ist es im täglichen Datenaustauch zwischen ASEAG und RWTH zu einer Panne gekommen mit der Folge, dass etwa 12.000 Semestertickets von einem auf den anderen Tag für ungültig erklärt wurden. Über diese Datenpanne wurden die betroffenen Studierenden informiert, entsprechende Meldungen fanden Sie auch in der lokalen Presse. Sofern Sie Ende September keine Mail erhalten haben, waren Sie von dieser Datenpanne auch nicht betroffen.

Parallel hierzu hat es wohl bereits im Februar diesen Jahres ein Datenproblem gegeben. Dieses ist der ASEAG im Zuge der Datenkontrolle (nach der o.g. Panne) aufgefallen und hat zunächst nur das lokale AVV-Semesterticket betroffen. Daher war die NRW-Ticket-Berechtigung wohl immer noch gültig und ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgefallen. Unmittelbar nachdem die ASEAG diesen Fehler bemerkt hat, hat sie die betroffenen Studierenden (dazu gehören dann auch offensichtlich Sie) schnellstmöglich mit neuen Tickets ausgestattet. Leider auf dem "normalen" Prozess ohne zusätzliche Info, was natürlich (zu Recht) zu Verwunderung bei den betroffenen Studierenden geführt hat. Ziel der ASEAG war es aber, vor Auslaufen der Übergangsphase (Ende November) alle betroffenen Studierenden (sowohl die 12.000 aus der Datenpanne als auch die weiteren betroffenen Studierenden) mit neuen Semestertickets auszustatten.

Leider konnte die Hochschule Sie nicht im Vorfeld informieren, da für uns gar nicht ersichtlich war, dass Ihr Ticket ungültig war. Die RWTH Aachen meldet der ASEAG jeden Tag die gesamten ticketberechtigten Studierenden, und dieser Gruppe waren Sie (sofern Sie nicht zu der Gruppe der 12.000 gehört haben, die wir unmittelbar über die RWTH-Mailadresse über Lösungs- und Übergangsmöglichkeiten informiert haben) fortlaufend zugehörig. Von daher trifft die RWTH in diesem Punkt kein Verschulden, auch wenn die Kommunikation an die betroffenen Studierenden in diesem Fall wahrlich nicht optimal war. Wir haben diese Problematik gestern in einem Termin mit der ASEAG diesbezüglich erörtert und auch darauf hingewiesen.    

Ich bedauere, dass es zu diesen Problemen gekommen ist und kann mich hierfür nur entschuldigen. Ich hoffe, dass RWTH und ASEAG nun die Schwachstellen des Prozesses analysiert und geeignete Maßnahmen getroffen haben, um solche Probleme zukünftig zu vermeiden.   

 

Hier stören mich ein paar Dinge. Warum zum Geier überträgt man jeden Tag die Daten aller berechtigten Studenten? Haben die schon mal davon gehört, das man nur Änderungen überträgt? Viel schneller und bei einem Fehler sind nicht direkt alle betroffen....

Zweitens: Weiß die ASEAG seit FEBRUAR von dem Fehler und informiert nicht, sondern meint klammheimlich die Tickets aller Betroffenen austauschen zu können?! Offensichtlich hat das nicht geklappt und wegen der mangelnden Info rennt man quasi ins offene Messer, weil man nicht mal was von der Frist weiß?!

Drittens: Warum muss bitte das ganze Ticket ausgetauscht werden, also ein Hardwareaustausch stattfinden, damit man wieder eine NRW Berechtigung hat?! Das sollte doch eigentlich nur ein Schalter in einer Datenbank sein, den man umlegt und dann geht es wieder.... Das scheint mir nicht sehr digital zu sein...

 

Zusammenfassend: Es wurde letztes Semester auf das "digitale" Plastikticket umgestellt und es wurden schon so viele Tickets umgetauscht und es sind so viele Probleme aufgetaucht, das man besser mal bei den Papiertickets geblieben wäre bis man mal einen echten Coder an das Problem gesetzt hat.... Ach und übrigens das Ticket zeichnet deine Wege auf. Jedes mal, wenn du im Bus eincheckst guckt der Scanner die letzten 10 Eincheckvorgänge an und speichert die. Das ist rechtswiedrig und dafür hat Berlin schon mehrfach auf den Sack bekommen, aber hier machen sie es immer noch.....Die ASEAG meint, das ist bloß für das Optimieren der Busauslastung, aber da ist eh so viel im Argen, das die Daten auch nicht helfen und deren IT traue ich es auch nicht zu, das sie es schaffen die zu sichern und es bleibt halt rechtswiedrig.... Deutschland will ein Standort für Industrie 4.0 und ein führend für 5G sein und wir schaffen es nicht mal ein digitales Ticket zu bauen, das der Verfassung entspricht und Südkorea rollt nächstes Frühjahr 5G aus, dann wenn hier erst die Frequenzen versteigert werden. Vlt fragt ihr mal die Niederlande oder Dänemark wie das mit den Tickets geht, die können das.

 

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